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Die Geschichte des Schlosses und Gutes
Himmighausen:
Zu Anfang des 11. Jahrhunderts hieß Himmighausen Hemmicanhusun und wird
erstmalig in der Vita Meinwerci erwähnt. Durch Schenkung eines gewissen Wiebrand
im Einverständnis mit seiner Frau Tetta wurde Himmighausen am 4 November 1015
ein bischöfliches Tafelgut. Mit den Brüdern Gottfried und Everhard de
Himekehosen wurde 1237 zwei Ministerialen genannt, die als bischöfliche Meier
auf dem heutigen Gutshof saßen. Später finden wir die Herren von Driburg als
Inhaber des Lehens, deren Familie in der Mitte des 15. Jahrhunderts im
Mannesstamm ausstarb. Im Erbgang kamen die Lehngüter Himmighausen an die Familie
von Schilder, Erbkämmerer des Stiftes Paderborn, von Bischof Dietrich von Mörs
mit Hymmichhusen un dem Gerichte daselbst belehnt.
Zu dem Feudalbesitz wurden im Laufe der Jahre
Allodialgüter von der Abtei Corvey hinzuerworben, und die von Schilder nannten
sich in der Folgezeit Herren von Himmighausen, Erpentrup, Langeland und
Iggenhausen, fürstbischöfliche Drosten der Oldenburg und von Schwalenberg. Sie
übten auch das Patronatsrecht für die Pfarrei Sandebeck aus. In Himmighausen
ließen sie 1576 eine Kapelle errichten, der 1639 eine Pfarrkirche folgte mit
eigener Kapleinstelle. Nach dem Tode des Sohnes (1712) war Otto Georg von
Schilder, Drost zu Schwalenberg, der letzte männliche Nachkomme dieses Hauses
und überließ 1714 die Güter seiner Tochter Anna Lucia Sophia von Schilder und
deren Manne, dem Reichshofrath Carl Heinrich Casimir Moritz von Donop, Herrn zu
Wöbbel und Borckhausen in Lippe. Nach dem Tode des Drosten Otto Georg von
Schilder (10. April 1716) erhielt der Familienzweig der von Schilder zu
Dreckburg als Lehnsfolger und Agnaten die Belehnung mit dem Erbthürwärteramt.
Reichshofrath Carl von Donop hingegen appellierte an das Reichskammergericht in
Wetzlar und an den Reichshofrath in Wien, wo erst um 1800 entschieden wurde,
dass die von Donops die Lehngüter herauszugeben hätten. Bis dahin blieben die
Güter de facto Besitz der von Donops, während die von Schilder weiterhin belehnt
wurden. 1794 verkaufte der fürstbischöflich münstersche Generalmajor und
Amtsdrost Klemens August von Schilder zu Dreckburg das Erbthürwärteramt mit
allen damit verbundenen Rechten und Nutzungen dem Obermarschall Klemens August
Bruno von Mengersen, Herr zu Rheder und Borgholz. Dieser erklärte, die durch
Zahlungsunfähigkeit der von Donops, über deren Gesamtvermögen 1733 Konkurs
erklärt worden war, angehäufte Schuldenlast und die rückständige Pacht dem
Bischof zu bezahlen. Dafür wurde er vom Paderborner Fürstbischof Franz Egon von
Fürstenberg förmlich belehnt. Mit Klemens August von Schilder erlosch 1797 das
Geschlecht der Familie im Mannesstamm.
Nachdem der Rhedersche Zweig der Familie von
Mengersen mit Josef Bruno von Mengersen 1873 im Mannesstamm ausstarb, wurde
Adolf Freiherr von Spiegel und von Peckelsheim, Landrat des Kreises Warburg und
Herr zu Helmern, Rechtsnachfolger für die Mengersenschen Besitzungen.
1894 erwarb Cuno Graf von Oeynhausen-Reelsen
die Güter Himmighausen und Erpentrup, der im gleichen Jahre die Erbin des
Fideikommisses Driburg, Hedwig Freiin von Cramm-Sierstorpff, heiratete. Sein
Sohn Rabe Graf von Oeynhausen-Sierstorpff verkaufte 1926 das Gut Himmighausen an
den Holzhändler Hüttemann aus Olsberg. Sein Vorkaufsrecht geltend machend, trat
Falk-Arnd Graf von Oeynhausen-Reelsen in den Kaufvertrag ein. Über seine Tochter
Regelind Antonie von Puttkamer, geb. Gräfin von Oeynhausen, gelangte das Gut
Himmighausen an den heutigen Besitzer Jesko von Puttkamer.
Der heutige Besitzer forstete in den 1960ger
und 70ger Jahren einen Großteil der landwirtschaftlichen Flächen auf und stellte
damit das Kerngeschäft des Betriebes auf die Holzproduktion um. Um den Betrieb
für die Zukunft rentabel zu machen wurden in den Jahren 1998 und 1999 die
Forsten Neuenhof (Thüringen) und Questenberg (Sachsen-Anhalt) hinzugekauft.
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